Kununu & Co. – Ignorieren oder strategisch nutzen?

Wie sollten kleine und mittelständische Unternehmen mit den Arbeitgeberbewertungsportalen umgehen? Was ist sinnvoll und leistbar?

Digitale Bewertungsplattformen gehören zu unserem Alltag, auch in der Arbeitswelt. So lassen sich laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom 84 % wechselwilliger Kandidaten von solchen Bewertungen in ihrer Arbeitgeberwahl beeinflussen. Laut einer Studie von Rundstedt informieren sich je nach Alter 41 % – 52 % der Bewerber auf Arbeitgeber-Bewertungsportalen, bevor sie sich bewerben. Gar 39 % verzichten bei negativen Bewertungen auf eine Bewerbung, bei den Young Professionals sind es sogar 50%. Und auch im eigenen Unternehmen zeigen die Bewertungen ihre Wirkung: 43 % der Mitarbeiter ist es wichtig, dass ihr Arbeitgeber positiv bewertet ist und immerhin 18 % würden bei schlechten Bewertungen eine Kündigung in Betracht ziehen (Rundstedt).

Fazit: Eine gut positionierte Arbeitgebermarke und ein professioneller, authentischer Arbeitgeberauftritt sind in Zukunft unverzichtbar und zahlen sich in jedem Fall aus – sowohl bei der Mitarbeitergewinnung als auch bei der Mitarbeiterbindung.

8 Tipps zum Umgang mit Kununu & Co.

  1. Verantwortung klären
    Geschäftsführung, Personal- und Marketingverantwortliche sollten gemeinsam die Wichtigkeit definieren und entsprechend Ressourcen und Verantwortlichkeit festlegen.

  2. Ehrlichkeit und der Wille zur Veränderung
    Ein regelmäßiges Monitoring der Portale ist unerlässlich, um zeitnah reagieren zu können. Aber es bietet eben auch Chancen, Themen zu identifizieren und kontinuierlich zu verbessern. Regelmäßige Mitarbeiterbefragungen oder ein wertschätzender Off-Boarding-Prozess helfen enorm Probleme frühzeitig zu erkennen und präventiv an der Unternehmenskultur oder den Prozessen zu arbeiten.

  3. Stellung beziehen
    Unternehmen sollten auf Bewertungen reagieren und in den Dialog treten. Die Kommunikation sollte individuell, offen und transparent sein, um möglichst die (hoffentlich) positive Unternehmenskultur des Arbeitgebers zu transportieren. Auch ein Dankeschön bei einem positiven Feedback drückt Wertschätzung aus. Bei negativen Bewertungen empfiehlt sich, ein persönliches Gespräch anzubieten, um sich konstruktiv mit der Kritik auseinanderzusetzen.

  4. Authentizität zahlt sich aus
    Mitarbeiter sollten dazu animiert werden, das Unternehmen als Arbeitgeber zu bewerten. Denn authentische Erfahrungsberichte erreichen und überzeugen diejenigen Kandidaten, die zum Unternehmen passen. Ehrlichkeit ist jedoch oberstes Gebot. Gefälschte Bewertungen sind nicht nur verboten, sondern auch leicht durchschaubar.

  5. Präsenz zeigen
    Auf allen Portalen ist es möglich als Arbeitgeber (z.T. kostenpflichtig) ein Profil zu gestalten und sich authentisch zu präsentieren. Informationen über das Unternehmen, Geschichten, Fotos und Videos z.B. als Mitarbeiter-Testimonials vermitteln Einblicke und ein Gesamtbild des Unternehmens. Eine Verlinkung zur eigenen Website und Stellenanzeigen runden den professionellen Auftritt ab, die Portale können so als zusätzlicher Recruiting-Kanal genutzt werden.

  6. Handeln bei rechtswidrigen Kommentaren
    Leider kommt es vor, dass Bewertungen der Arbeitgeber durch die Mitarbeiter nicht immer der Wahrheit entsprechen. Oder sogar gezielt eingesetzt werden, um den guten Ruf des Arbeitgebers zu schädigen. Betroffene Arbeitgeber können die Kununu-Bewertung löschen lassen.

  7. Bei „Google for Jobs“  dabei sein
    Mit Google for Jobs werden schlechte Sternebewertungen von Unternehmen auf Arbeitgeberbewertungsplattformen automatisch bei jeder Stellenanzeige eingeblendet. Damit erzielen diese Feedbacks eine nochmals deutlich erhöhte Reichweite. Und werden so für das eine oder andere Unternehmen bereits in der Ergebnisliste auf Google zum „Bewerber-Schreck“, denn viele Bewerber wenden sich besser bewerteten Arbeitgebern zu oder suchen zumindest nach diesen. In vielen Branchen und Regionen gibt das der Markt auch her.

  8. Arbeitgeberbewertungen werden zu relevantem KPI
    In dem Wissen, dass die Transparenz von Erfahrungen mit Arbeitgebern im Rahmen des Employer Brandings immer mehr Bedeutung erhält, definieren viele Unternehmen hierfür eine eigene Kennzahl. Employer Branding wird somit als Kennzahl in Management Cockpits Teil der operativen Steuerung des Unternehmens: regelmäßige Mitarbeiterbefragungen sowie Kununu und Co. als Gradmesser für den Erfolg der Arbeitgebermarke. Eine zunehmend relevante Messgröße mit Blick auf erfolgreiches Recruiting.

Wir unterstützen Sie gern dabei Ihre Employer Branding Strategie bedarfsgerecht und zukunftsfähig aufzustellen und entwickeln mit Ihnen gemeinsam Prozess und Maßnahmen.

 

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